Refugees Welcome!

Refugees Welcome!

3. September 2015 News 3

Zur aktuellen Flüchtlingssituation…

Hallo, liebe Leser!

Ich habe lange überlegt, ob ich zur Flüchtlingsproblematik etwas schreiben sollte oder nicht. Mein Blog ist eigentlich nicht als politische Plattform gedacht, aber an diesem Thema kommt keiner vorbei 🙁

Fotos sind meine Leidenschaft…sie zu erstellen und sie anzusehen. Die Fotos und Videos, die um die Welt gehen und ich damit zu sehen bekomme, sind auf keinen Fall das, was ich mir liebend gerne anschaue!

Als Erdenbewohner, Christin und Einwohner des EU-Landes Deutschland empfinde ich maßlose Traurigkeit und Ohnmacht!

Es sind viele Fragen, die ich mir stelle und auf die meisten werde ich keine Antwort erhalten oder zumindest keine befriedigende.

Meiner Meinung nach sollte jeder, der seine Heimat verlässt – egal, ob in seinem Land Krieg herrscht…eine Verfolgung aufgrund seiner politischen Einstellung, Religion oder sexuellen Neigung erfährt…sich und seine Familie wegen fehlender Arbeitsmöglichkeiten nicht mehr ernähren kann – Hilfe und Unterstützung erhalten!

Ich sage mir: „Woher weiß ich denn, dass ich nie in eine solche Situation kommen werde?!“ Ich möchte dann ebenfalls Hilfe bekommen.

Ich, das „Foto-Wiesel“

Im Bild siehst Du mich mit zwei Fotos vom Basketball. Als „Foto-Wiesel“ mache ich viele Fotos von den Spielen der Weddinger Wiesel. Sport verbindet und die Weddinger Wiesel sind für mich so ein schönes Beispiel. Über 30 Nationen finden in diesem Verein den Weg in die Sporthallen…hinter diesen Nationen stecken auch unterschiedliche Religionen. Konflikte sind nie ausgeschlossen, aber letztlich…alle wollen Basketball spielen und das zusammen!

Akzeptiert die Ängste!

Es gibt Menschen hier in Europa, die Ängste verspüren, weil jetzt so viele Flüchtlinge kommen. Die Ängste dieser Menschen sollte man definitiv ernst nehmen…sie nicht auslachen oder kritisieren. Die Aufgabe ist es, diesen Menschen die Angst zu nehmen. Keine leichte Aufgabe, wenn es Gruppierungen gibt, die mit ihren Parolen dazu beitragen, dass diese Ängste größer werden.

Bitte helft den Flüchtlingen!

Wunderbar finde ich die Reaktionen vieler Helfer in Österreich und Deutschland…diese Fotos und Videos stimmen mich wieder froh, denn es zeigt mir: Es geht auch anders!

Nicht jeder sieht sich in der Lage, direkt zu helfen…sei es, weil die nächste Flüchtlingsunterkunft viel zu weit weg ist oder die Zeit fehlt oder vielleicht auch, weil man gar nicht weiß, wie man helfen kann!

Woher bekomme ich Informationen?

Wer Zeit hat und der Weg zu einer Flüchtlingsunterkunft oder einer Erstaufnahmestation oder – wie in Wien und München – zu einem Bahnhof nicht weit ist, der sollte in der Regionalpresse oder im Internet schauen, ob es direkte Aufrufe gibt.

Wer etwas tun möchte, aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht anders kann…der möge doch bitte etwas Geld zur Unterstützung spenden!

Hier ein paar Links:

Aktion Deutschland hilft – Hilfe für Flüchtlinge
ZDF – allgemeine Übersicht von Organisationen
ORF – Nachbar in Not „Winterhilfe für Syrien“
UNICEF – Syrien-Konflikt: Kinder verdienen eine Zukunft
Caritas Wien – Hilfe für Flüchtlinge

Die Auswahl ist vielleicht nicht so groß, aber eine Möglichkeit…

Vielleicht möchtet Ihr in Eurer Stadt, Schule, Uni oder Firma…in Eurem Verein oder Kietz etwas tun, dann sucht den Kontakt zum Bürgermeister, Rektor, Lehrer, Professor, Mentor, Abteilungsleiter, Geschäftsführer, Trainer oder sonst einem Verantwortlichen…sprecht diesen direkt an, evtl. ist ja bereits etwas in Planung und Ihr könnt mitmachen.

Viele Flüchtlinge sind Familien mit kleinen Kindern…wenn Du das nächste Mal Spielsachen Deiner Kinder aussortierst, dann findest Du vielleicht eine Hilfsorganisation, wo Du sie abgeben kannst.

Manche Hilfsorganisationen haben auch Bedarfslisten veröffentlicht, so wie hier in Berlin „Moabit hilft“ (Link zur Homepage).

Jede kleine Spende kann helfen! 

Jetzt habe ich sehr viel mehr geschrieben, als ich mir ursprünglich vorgenommen hatte, aber dieses Thema berührt mich stark.

Nun seid Ihr dran 🙂

Liebe Grüße
Bianca

 

3 Antworten

  1. Sonja sagt:

    Liebe Bianca,

    mir geht es genau so wie dir und Susanne. Ich hoffe nur, dass die Rechten hier nicht wieder mehr Auftrieb bekommen! Mir gehen so viele Bilder durch den Kopf, die ich wohl verdrängt habe. Als Kind hatten wir in Villach auch sehr viele Flüchtlinge, damals aus Ungarn. Es war Winter und für die Leute wurden ganz auf die Schnelle Holzbarracken errichtet. Wir hatten damals alle nicht viel, aber es haben alle Leute für die Flüchtlinge gesorgt. Jetzt sehe ich die Berichte im TV und werde sehr an diese Zeit erinnert. Die Bilder ähneln sich sehr stark, nur dass die Ungarn nicht so elend lange reisen mussten. Übrigens waren damals auch fast alle Soldaten dabei und haben geholfen bei fast allen Tätigkeiten. Niemand hat sie als Bedrohung empfunden, sie waren einfach nur Helfer. Auch die deutschen Pioniere wären eine große Hilfe, gerade beim Aufstellen oder Bauen von Unterkünften. Es wäre doch gelacht, wenn wir das nicht schaffen würden! Packen wir es an!
    Viele liebe Grüße und Bussis!
    Sonja

  2. Susanne sagt:

    Liebe Bianca,
    danke für diesen emotionalen und wichtigen Blogeintrag!
    Angst – ja, das ist wohl das im Moment vorherrschende Gefühl bei vielen. Angst habe ICH z.B. vor vielen rassistischen Angriffen und dem Hass, der sich in Deutschland zeigt, vor einer Art Spaltung der Gesellschaft.
    Angst kann man überwinden!
    Zum Beispiel wenn man die Geflüchteten persönlich kennen lernt und mit ihnen spricht. Danach kann man nie mehr das Wort „Wirtschaftsflüchtlinge“ in den Mund nehmen.
    Hier noch ein paar Informationen, wo man Informationen finden kann, welche Hilfe/n direkt vor Ort in unseren Bezirken gefragt sind:
    http://www.berlin.de/buergeraktiv/engagieren/fuer-fluechtlinge/
    http://wedding-hilft.de/
    http://fluechtlingshilfe.berlin/spenden/reinickendorf/
    http://www.fluechtlingsrat-berlin.de/mitarbeit.php
    In Großstädten wie Berlin sieht man sehr eindrucksvoll die enorme Hilfsbereitschaft und Empathie für die Geflüchteten. Aber auch auf dem „platten Land“ heißt man die Flüchtlinge willkommen, sieht man sie z.B. als Chance, ihre aussterbenden Städte und Gemeinden zu neuem Leben zu verhelfen.
    Wir Berliner sind es ein Stück weit gewohnt, dass Fremde bei uns heimisch werden – und zu Berlinern werden. Diese Menschen werden alle bleiben: Willkommen heißen, ist der erste Schritt. Was kommt danach? Diese Zuwanderung beansprucht alle Infrastrukturen. Wir müssen bereit sein, diesen Geflüchteten auch auf lange Zeit in allen Lebensbereichen hundertprozentige und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Gesundheit, Schule/Bildung, Wohnen, Arbeit, Kultur, Freizeit, Politik… Im Moment müssen wir erst das „flexible Deutschland“ in uns entdecken, von dem Frau Merkel so schön gesprochen hat, und das Bürokratendeutschland mit vielfältiger Bedenken- und Debattenkultur hinter uns lassen.
    Zum Abschluss muss ich noch etwas loswerden: Gestern war ich beim Jugendhilfeausschuss des Bezirks Mitte. Es wurde eindrucksvoll berichtet, wie die Situation im Bezirk aussieht. Denn das Jugendamt Mitte muss sich jetzt um eine ganz besondere Gruppe kümmern: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Man kann erahnen, welche Geschichten hinter jedem Einzelnen stecken. Es ist jetzt eine enorme Herausforderung, wie für diese völlig schutzlosen Minderjährigen nun umfassende Hilfe organisiert werden kann.
    Diese werden in ganz besonderem Maße unsere Hilfen brauchen!
    Ganz im Sinne der Kanzlerin sage auch ich: „Wir schaffen das!“
    Susanne

    • Liebe Susanne

      Vielen Dank für Deinen Kommentar!

      Ja, wir schaffen das…ich bin davon ebenfalls überzeugt. Ängste sind vielfältig und überall, diese zu überwinden, ist nicht immer leicht, aber machbar.
      Das „flexible Deutschland“…wir sind mittendrin! Einige haben bereits diese Flexibilität, aber viele Gesetze und Regelungen stehen und genau jetzt im Weg. Ich musste ein wenig schmunzeln, als Frau Merkel meinte, wir sollten das doch jetzt mal kurz zur Seite legen…es wäre schön, wenn das Anklang finden könnte!
      Wir werden immer mehr Herausforderungen im Zusammenhang mit den Flüchtlingen entdecken…die vielen unbegleiteten Flüchtlinge stimmen mich traurig und Du hast Recht, wir können nur erahnen, welche Schicksale und Geschichten dahinterstecken. Davon ausgehen können wir jedoch, das ein Großteil der Flüchtlinge mit diversen Traumata belastet sind…weiß gar nicht, inwiefern das bereits berücksichtigt ist!?

      Anpacken ist die Devise und ich danke für die weiteren Links…jede Information ist hilfreich!!

      Viele liebe Grüße
      Bianca

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